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MSC Innovation Night 2025 – Die Zukunft der Verteidigung beginnt hier
Ein Abend, der Innovation, Strategie und Sicherheitspolitik zusammengebracht hat
Manchmal sind es nicht nur die Technologien selbst, die eine Zeitenwende markieren – sondern der Mut, sie zu denken, zu testen und zu integrieren. Genau darum ging es bei der MSC Innovation Night 2025, einem gemeinsamen Event der Münchener Sicherheitskonferenz und des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr.
Als Schirmherr dieses Abends hatte ich die Ehre, die Veranstaltung gemeinsam mit dem CEO der Münchener Sicherheitskonferenz, Benedikt Franke, zu eröffnen. Wir haben dabei eine klare Botschaft gesendet: Verteidigungsfähigkeit entsteht durch Innovationskraft. Wer heute nicht innoviert, hat morgen keine Optionen mehr.
Ein besonderer Höhepunkt war für mich, den Bundesminister der Verteidigung, Boris Pistorius, als Keynote Speaker begrüßen und ankündigen zu dürfen. Seine Rede war ein starkes Signal an alle Anwesenden:
👉 „Wir brauchen radikale Innovationsgeschwindigkeit – nicht nur, um Schritt zu halten, sondern um einen strategischen Vorsprung zu erarbeiten.“
Das war kein Appell an irgendeine ferne Zukunft, sondern eine klare Forderung für das Hier und Jetzt.
Vier Innovationen mit echtem Gamechanger-Potenzial
Herzstück des Abends waren vier visionäre Startup-Pitches, die reale Probleme der modernen Kriegsführung adressieren – nicht mit theoretischen Konzepten, sondern mit einsatzbereiten Technologien.
🔹 Mimesweeper – Die Revolution in der Minenfelderkundung
Minen sind eine der perfidesten Bedrohungen auf dem Schlachtfeld. Die Räumung dauert oft Wochen oder Monate – und birgt höchste Risiken für Soldaten und Zivilisten. Mimesweeper setzt auf schnelle, autonome Minenerkundung mit hochsensiblen Sensoren, die Minen präzise aufspüren und kartieren. Das System kann die Aufklärung von Minenfeldern um ein Vielfaches beschleunigen, bevor der erste Mensch einen Fuß in das Gebiet setzen muss.
🔹 Swarm Biotactics – Gesteuerte Kakerlaken als lebende Aufklärungssysteme
Was nach Science-Fiction klingt, wurde an diesem Abend Realität: Kakerlaken, ausgestattet mit Mikrocontrollern, die ferngesteuert werden können. Swarm Biotactics nutzt diese biologischen Plattformen als unauffällige Aufklärungseinheiten, die in Gebäude, Tunnel oder unter Trümmerstrukturen eindringen können, wo klassische Roboter an ihre Grenzen stoßen.
Diese „lebenden Sensoren“ könnten eine völlig neue Dimension der militärischen Aufklärung eröffnen – ob zur Ortung von Feinden, Sprengstoff oder zur Überwachung von urbanen Kampfzonen. Eine Kakerlake ist unauffällig, leise und benötigt keine eigene Energiequelle – ein taktischer Vorteil, den es so bisher nicht gab.
🔹 Tytan – Hochpräzise Drohnenabwehr durch kinetische Abfangsysteme
Drohnen sind heute nicht nur Aufklärungsplattformen, sondern potenzielle Waffen, die Soldaten, Infrastruktur und Fahrzeuge bedrohen. Tytan stellt ein hochpräzises kinetisches Abfangsystem vor, das feindliche Drohnen mit extrem hoher Geschwindigkeit und Zielgenauigkeit eliminiert.
Anstatt auf klassische elektronische Störungen oder Netzwerfer zu setzen, nutzt Tytan ein disruptives, kinetisches Abwehrsystem, das in Sekundenbruchteilen zuschlagen kann . Damit wird eine hochskalierbare und kosteneffiziente Lösung für ein wachsendes Bedrohungsszenario geschaffen.
🔹 Akustische Drohnenerkennung – Die Ohren des Schlachtfelds
Nicht jede Drohne kann gesehen werden – aber sie kann gehört werden. Das vierte Startup präsentierte ein System, das mittels akustischer Sensorik und KI-gesteuerter Mustererkennung Drohnen frühzeitig detektieren kann.
Während herkömmliche Radar- oder optische Systeme bei kleinen oder getarnten Drohnen oft versagen, kann die akustische Sensorik selbst leiseste Geräusche erfassen und einordnen – auch in unübersichtlichem Gelände oder bei schlechten Sichtverhältnissen. Durch den KI-gestützten Abgleich mit bekannten Geräuschprofilen kann das System zwischen harmlosen Flugobjekten und potenziellen Bedrohungen unterscheiden – eine Fähigkeit, die im modernen Gefecht über Sekundenbruchteile entscheiden kann.
Mein Fazit: Tempo aufnehmen, Innovation integrieren
Die MSC Innovation Night hat eines bewiesen: Die Technologie ist da. Jetzt müssen wir sie mit voller Geschwindigkeit in die Praxis bringen.
Mein persönliches Highlight war es, diesen Abend nicht nur als Gastgeber zu erleben, sondern als jemand, der den Wandel aktiv mitgestaltet. Der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr hat eine Mission: Innovation in die Truppe bringen, alte Strukturen aufbrechen, Lösungen schneller operationalisieren.
Die Zusammenarbeit zwischen Startups, Industrie, Politik und Militär muss noch intensiver, noch pragmatischer und noch kompromissloser auf Wirkung ausgerichtet sein.
Wir haben heute gesehen, was möglich ist. Jetzt geht es darum, dass wir handeln.
Die Zukunft wartet nicht. 🚀